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Das Ziel für 2005 war klar: Wir wollen mit dem UL von Deutschland über die Alpen nach Italien! Nachdem nun auch Österreich für Uls offen steht, wollten wir die Reise mit unserer P92 vom MFC Hassfurt unternehmen. Aus anderen Reisen ins Ausland hatten wir bereits gelernt, dass die UL-Fliegerei unterschiedlichen rechtlichen Bestimmungen unterliegt, und in diesem Fall bestimmt auch besonderen meteorologischen.
An unserem Starttag, dem 23. Mai 2005, ging erst mal nichts. Der Wetterdienst machte uns Hoffnung auf ein Hoch, dass von Frankreich heranzog, gefolgt von einer neuen Störung ebenfalls aus Westen. Wir planten deshalb solange ins gute Wetter gen Westen zu fliegen, bis uns die Störung nach Osten zurückdrängen würde.
Am Dienstag waren die Alpen immer noch nicht frei, wohl aber der
Flugweg westlich Richtung Frankreich. Wir wollten los und starteten in Hassfurt
EDQT Richtung Westen und flogen über Speyer nach Bremgarten EDTG. Mit Flugplan
ging es dann mit ortskundiger Empfehlung vom Turm an der Doubs entlang nach
Beaune LFGF, einem hübschen mittelalterlichem Städtchen SW von Dijon.
Obwohl wir selber nicht beim ATC angemeldet waren, konnten wir hören, wie
andere deutsche Flieger auf gutem Englisch geführt wurden. Nach der Landung
schlossen wir den Flugplan telefonisch (0810437837 für ganz Frankreich),
ebenfalls auf englisch. Gefunkt hatten wir auf allen Plätzen englisch-blind.
Meistens kam keine Antwort, aber unsere Anwesenheit war damit kundgetan und
beachtet.

Am nächsten Tag ging es nach Sarlat LFDS im Perigord, so etwa 100 km östlich
von Bordeaux an der Dordogne. Dazu haben wir das Mittelgebirge der Auvergne
überquert und eine Pause am verlassenen Platz in Ussel LFCU eingelegt.
Der Platz Sarlat liegt auf einer Anhöhe über der Dordogne, in fußreichweite
des malerischen Städtchens Sarlat, umgeben von vielen Burgen aus dem Mittelalter.
Auf dem Platz bot uns Nicola an, auf seinem Campingplatz AirChateaux Tel. 05
53 28 13 63 zu landen und zu übernachten. Auch Zimmer in einem Landhaus
gab es dort, preiswert und mit Familienanschluß. Es war schon spektakulär
für einen deutschen Gast, so völlig frei, abends in der Dämmerung
mit einer handgezeichneten Karte den Campingplatz zu suchen und dort neben ein
paar Rohr-Tuch-UL auf einer Wiese zu landen für die Nacht. Nicola’s
Tip: Ein Buch mit allen ICAO und UL-Plätzen mit Beschreibung ist über
www.ffplum.fr zu beziehen.
Die Wetterberatung vom DWD verhieß uns einen offenen Himmel nach Osten.
So flogen wir dann über Pierrelatte LFHD nach Montelimar LFLQ ins Rhonetal.

Am
nächsten Morgen war es dann soweit: Die Alpenüberquerung stand an. Was
würde uns erwarten? Das Wetter war immer noch CAVOK. Wir wählten die
Route Gardasee, Etschtal, Bozen, Meran, Timmelsjoch, Reutte nach Kempten. Plan
war, dass wir bereits in Meran auf FL090 die erforderliche Mindesthöhe für
den Paß erreicht haben. Nach dem Start lang über dem Gardasee Dunst,
aus dem wir erst auf FL060 herauskamen, um sicher um den Monte Baldo ins Etschtal
einkurven zu können. Die in Italien maximal zulässige Flughöhe
ist für UL 500 ft bzw. 1000 ft am Wochenende. Das heißt aber nicht,
dass man im Talgrund fliegen muss, sondern viel eleganter und sicherer an der
luvseitigen Flanke. Unsere P92 war als gebürtige Italienerin nicht zu halten
und kletterte auch bei 10.000 ft noch locker mit 5 m/s über die Alpen, dass
wir staunten. Ebenfalls unbeschreiblich war das Panorama vom schneebedecktem Alpenhauptkamm.
Wir erlebten einen ruhigen, turbulenzfreien Überflug und stellten über
dem Inntal die Trimmung auf 10 m/s bei 3500 U/min und es ging schnurgerade nach
Kempten. Der Rückflug nach Hassfurt war dann reine Routine. In Italien haben wir nicht gefunkt. Es wird erwartet, dass man
sich als Ul-er vorher telefonisch am Platz anmeldet, da alle Plätze privat
sind und sich ansonsten aus dem offiziellen Flugverkehr heraushält
.